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Kunst

Der Sinn des Lebens und das Was an der Birne

Was gibt es Neues beim Reutlinger Objekt-Künstler Steffen Lawall? Kann es nach "Außer Besen nix gewesen?", "Der letzte Kick - Vier Brücken und ein Ufer-Los", "Das jüngste Gerücht: Die Lichtpresse", "Enthüllt: Die Lichtpresse" und "Wer lange kehrt, kriegt endlich Wut" noch etwas geben, was die Gemüter nochmals oder gar mehr bewegen kann?

Selbstverständlich, denn erstens ist in Reutlingen alles möglich und zweitens gilt im ganzen Land der Kehrwoche sowieso der Wahlspruch: Wer lange kehrt, kriegt endlich Mut. Nunmehr "kehrt" der unberechenbare Künstler endlich vor der eigenen Haustüre und wagt somit einen durchaus mutigen Blick auf und vor allem in sich selbst.

Der Sinn des Lebens ist schnell erklärt. Alle Religionen, Philosophien und sonstige Erklärungsversuche gehen an der Wahrheit vorbei oder völlig in die Irre. Der Sinn des Lebens ist einzig und allein das Leben selbst. Bumms. Aus. Fertig. 

Leider ist diese Lösung zu einfach. Der Mensch sucht ständig nach weiteren Fragen, die ihn beschäftigen und unglücklich machen. Sonst wäre es ja langweilig. Jeder Tag im All - also der sog. Alltag - ist vergeudet, wenn man nicht mit mindestens einer unbeantworteten Frage ins Bett gehen und vor lauter Unglück wieder einmal nicht (ein-)schlafen kann.

Aufgrund dieser Miserere stellt sich Lawall folgerichtig einmal selbst die Frage nach dem alles entscheidenden Was an der Birne. Mutig und ohne Scham, wagt er sich an die letzten ungelösten Rätsel dieser Welt. Zwar ein kleiner Seitenhieb in Richtung derjenigen, die (lediglich ein klein geschriebenes) was an der Birne haben, gleichwohl aber auch eine Metapher mit einem weitaus größeren Radius.

"Was an der Birne" zeigt keine Lösungen. Dies mag insofern berechtigt sein, da es nie Lösungen geben wird. Es gibt immer nur die falschen Fragen. So wäre es z.B. sinnlos zu fragen, ob der, der nach dem Was an der Birne fragt, was an der Birne hat. Im Gegenzug wäre aber denkbar, dass Menschen, die etwas an der Birne haben, sich um das Was gar nicht kümmern bzw. dieses gar nicht kennen. Denn da sie ja was an der Birne haben, spielt die Frage nach dem wahren "Was" eben nur eine untergeordnete Rolle.

Aber was solls! Auch diesen herrlichen Widerspruch hat Steffen Lawall einmal mehr und wunderbar in Szene gesetzt.

Wir haben keine Fragen mehr.
 

 

 

 

Thomas Lawall - Januar 2008
Fotos: Steffen Lawall

 

 

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