Live-Review

OPALESSENCE

im Hanauer Audion am 10.10.2003


Kurz und schmerzlos verkündete Ruth (vocals) zu Beginn des Konzertes die schlichte Wahrheit. The Legacy sind nun endgültig Vergangenheit. Die komplett neue Formation um Bandgründer Marco nennt sich nun OPALESSENCE und somit ist eine Verwechslung mit gleichnamigen Bands endgültig vom Tisch.
Und nicht nur das, denn OPALESSENCE haben mit der alten Truppe etwa so viel gemeinsam wie ein Spielzeugflieger mit einer Concorde! Dennoch kann es mehr als nur nützlich sein, das betagte Leichtflugzeug zu kennen, denn nur so kann man den ungeheuren Fortschritt verstehen. Deshalb haben wir uns auf der Hinfahrt gleich viermal den "alten Schinken" gegeben...

Das grandiose Konzert begann mit "Weeping willows weeping", dem ersten Titel der neuen CD "Future memorabilia". Zuletzt gehört beim Konzi in Ober-Beerbach (8. August 2003), präsentierte OPALESSENCE das ganze nun in CD-Qualität! Eine derart gigantische Soundverbesserung hätte mich dann doch beinahe vom Höckerchen geblasen!!!
Mit runderneuertem "Farewell my beloved" begab sich OPALESSENCE auf eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. "Goldkehlchen" Ruth lief bereits jetzt zur Höchstform auf. Ein wahrer Glücksgriff für die Mannschaft und ich bin mir ganz sicher, dass wir hier noch einiges erwarten können...
Mit kaum zu bremsender Spielfreude wagte man mit "Morning Dew" den zweiten Zeitsprung und hängte somit einen weiteren "alten Schinken" engültig ab. Goil!
Und weiter ging's mit der Achterbahn zurück in die Zukunft. "Silencer" ist brandneu und "Patience" entstand bereits vor der Neuformation. Beide Songs bilden aber gleichermaßen eine weitere Multiplikation der Band mit sich selbst!!!
Tagesordnung war die Release und deshalb fehlten "Ballad for the drowned one" und das finale Prog-Gewitter "Mirrorwaters" nicht. Abschließend gab es noch einen zünftigen "Moonlightdance" als Zugabe...
Also die Gothic-Schiene ist nun endgültig einige Nummern zu eng für diese Klangakrobaten. Hier werden jetzt neue Maßstäbe im progressiven Bereich gesetzt und das auf eine herzerfrischend unverbrauchte Weise! Weitere Schubladen kann ich nicht anbieten, denn direkt vergleichbare Bands gibt es meines Wissens nicht! Voller Tatendrang - ja fast verspielt - spannen die sechs Solisten mühelos einen abenteuerlichen Spannungsbogen vom Mittelalter bis zum Black-Bombast (s. CD-Review). Wieso Solisten? Na ganz einfach, denn bei OPALESSENCE gibt es keinen Platz für Nebenrollen...!!!
Mit der Querflöten- bereinigung muss ich allerdings noch klar kommen. Tut hier aber eigentlich nix zur Sache, denn Felix am Synthi hat's einfach drauf und wenn ich ehrlich bin, habe ich das einstige Markenzeichen der Band im ersten Moment gar nicht vermisst...! (Näheres dazu "flötet" uns Marco im aktuellen Interview.)

The Legacy gibt es nicht mehr! Eine Ära ging zu Ende! Die neue heißt OPALESSENCE...!!!

Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass die Welt hoffentlich und endlich große Öhrchen bekommt und zur Belohnung demnächst ein Plattenvertrag vom Himmel flattert!

Thomas Lawall - Oktober 2003 (Überarbeitet im November 2004)
Fotos: Maria Diemer)


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