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Kunsthandwerk

Osterdeko selbst gemacht

Weihnachten und Ostern sind doof. Dachte ich mal. In jungen Jahren, so ab 16 rum, war ich sogar so konsequent, die Feste nicht nur NICHT zu feiern, sondern auch auf jede Art Geschenk zu verzichten! Viele Jahre hatte ich das praktiziert und die Feiertage gerieten bald in Vergessenheit. Und in der eigenen Bude erst recht. Doch es sollte alles ganz anders kommen...

1983 traf mein Sohn Daniel auf der Erde ein. Was also tun bezüglich der so verhassten Familienfeierlichkeiten? Es kam was kommen musste, nämlich die Umbesinnung! Denn man kann die Kinder schlecht zu Außenseitern werden lassen. Die leidige Sache mit den Geschenken kann man ja (einigermaßen) steuern, sodass die Tage nicht in die inzwischen fast üblichen Materialschlachten ausarten. So nach dem Motto: Mit acht Jahren ein Handy, mit neun den Fernseher ins Zimmer und mit zehn der erste Multimediarechner (Und was dann...?)! Wer seine Racker derart verwöhnt, zahlt spätestens in der Pubertät die Rechnung...! Die verwöhnten "Material Kids" sind dann mit nichts mehr zufrieden. Allenfalls ein Privatjet könnte sie dann noch einigermaßen befriedigen. Jedenfalls für eine Weile...

Zurück zur Tagesordnung. Es gibt sie noch, die goldenen Mittelwege. Gar nix schenken ist aber einfach undenkbar. Also sind wir (in dieser Hinsicht) wieder in den Strom gesprungen. Was hat das jetzt alles mit Osterdeko zu tun? Eigentlich gar nix, aber andererseits doch. 1986 war der Kindergarten angesagt. Schon im ersten Jahr ist mir aufgefallen, dass der Erfindungsreichtum der Erzieherinnen keinerlei Grenzen zu haben schien. Einfach drollig, was, passend zu den jeweiligen Anlässen, mit etwas Karton, Buntpapier, Klopapierrollen oder Eierkarton gezaubert werden konnte. Die Begeisterung der Kinder war ebenfalls grenzenlos. Stundenlang waren sie beschäftigt. Gameboy und Fernseher uninteressant. Aus dieser Zeit sind noch viele Arbeiten erhalten, denn wir haben diese liebenswerten "Kleinigkeiten" einfach nicht wegwerfen können..

Was lag also näher, SELBST solche kleine Schätze herzustellen. Denn viel zu schnell gehen die Kindertage vorbei und ein "Jugendlicher" würde uns etwas husten...! Basteln? Wie blöd! Ist ja megaätzend!
Zunächst wurden nur Klebebilder in Postkartengröße gebastelt, gerahmt und als Weihnachtsgeschenke verwendet. Als die nächsten Kinder und Pflegekinder kamen, "eskalierte" unsere Bastel- und Dekophase auch zu Ostern. Unzählige Abende haben wir zusammengesessen und aus allen möglichen Materialien Dinge gemalt, geklebt, gebastelt und gestickt.

Da gab es ein Huhn aus Wellpappe, ein schlüpfendes Küken aus Buntpapier, ein Hase und zwei Hühner aus Klopapierrollen, eine Mini-Henne aus Eierkarton, bunt bemalte und beklebte Eier, Scherenschnitt-Motive für alle Fenster im Haus oder Stickbilder, -Decken und -Kissen in allen Größen.
In zahlreiche Schachteln verpackt reicht die Deko inzwischen, das ganze Haus, ähnlich wie an Weihnachten, umzudekorieren und in diesem Fall auf den Frühling einzustimmen.

Auf konkrete Anleitungen habe ich wieder bewusst verzichtet (s. "Weihnachtsdeko"), denn ich sehe auch diesen Artikel "lediglich" als Anregung, so etwas überhaupt einmal zu probieren bzw. als Inspiration zur Entwicklung eigener Ideen. Und wem dies schwerfallen sollte, kann sich im Zeitschriftenhandel mit jeder Menge praktischer Anleitungen versorgen.

Fragen zur Sache bitte im Forum oder an uns privat.

Thomas Lawall - Februar 2006
Fotos: Mary























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