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Musik

Interview mit INFINITY'S CALL - Juli 2006


Zwei Jahre hat der erste Longplayer (Light In The Dark) bereits auf dem Buckel. Schon deshalb wird es Zeit, einige Fragen zu stellen. Die handwerklich perfekte Eigenproduktion erntete einigen Beifall und nach grundlegenden Veränderungen im Line-up plant die Band nun, den nächsten Schritt zu tun. Doch zunächst drehen wir am Rad der Zeit...


Thomas: Wie kam es zur Bandgründung 2001 und wie war das damals im Kreißsaal...?

Philipp: Ich bekam damals von Matthias Mailänder, dem Armada Bassisten, Ebbys Telefonnummer. Eigentlich war das Ganze erst mal als Studioangelegenheit geplant, aber irgendwie hatten Ebby und ich dann Lust darauf, die Songs auch live zu spielen und haben uns dann Musiker gesucht, die Zeit haben. Die momentane Besetzung ist deshalb eine andere als auf der CD. Am Schlagzeug sitzt jetzt Peter Langer von Stormwitch und The Armada, am Bass ist Uwe Hofmayer von Dynasty, die Rhythmusgitarre spielt Armin Wipperfürth von Tyrant und die Keyboards kommen zur Zeit noch vom Sequenzer, bis wir einen festen Mann finden.

Thomas: Eure Zelte habt ihr nicht gerade in unbekanntem Gelände aufgeschlagen. Das Melodic-Camp leidet an massiver Überbevölkerung. Was hat euch bewogen, es dennoch zu wagen?

Philipp: Wir wollten einfach Hardrock und Heavy Metal spielen, und das Ganze mit Melodien, die im Ohr hängen bleiben. Natürlich kann man auch Trendmusik machen, aber das läuft uns grade nicht so rein. Wir hatten auch das Gefühl, dem Genre eine eigene Note abzugewinnen.

Thomas: Die Hardrock- bzw. Melodic-Metal-Schublade auf, INFINITY'S CALL rein. Korrekt?

Philipp: Oberflächlich gesehen ja, ich finde aber schon, dass wir unseren eigenen Stil haben, der sich irgendwie abhebt.

Thomas: Neben metallischen Einlagen glaube ich auch immer wieder progressive Ansätze zu hören...

Philipp: Ja, so dezent, soll jetzt aber nicht in Dream Theater ausarten, man hat halt seinen musikalischen Background aus diversen anderen Stilen wie z. B. Fusion. Das macht das Ganze spannender.

Thomas: Nicht wenige Eigenproduktionen leiden unter einer mittelmäßigen Produktion. Bei euch hört sich das wahrlich anders an, denn der Sound ist einfach perfekt.

Philipp: Danke, wir haben uns echt Mühe gegeben. Die zweite CD wird aber definitiv noch besser!

Thomas: Die Texte spielen bei INFINITY'S CALL keine Nebenrolle. Sondern...

Philipp: ...durchaus eine nicht unwichtige.

Thomas: Sogar aktive Lebensberatung fehlt nicht. So warnt ihr in "Open The Window" unmissverständlich vor denjenigen, die uns gerne in bestimmte Bahnen pressen würden...

Philipp: Ja, da haben wir wohl alle unsere Erfahrungen, und Ebby war es wichtig genug, einen Text darüber zu schreiben.

Thomas: So gefühlvolle Tracks wie "Lights In The Rainbow" oder "Fantasy" driften bei anderen Kapellen nicht selten ins Lächerliche ab. INFINITY'S CALL gelingt es aber immer wieder, sich an der Kitsch-Falle vorbei zu komponieren. Die Mischung läuft einfach rund.

Philipp: Danke für das Kompliment, hoffentlich gelingt uns das in Zukunft auch wieder.

Thomas: Der Albumtitel ist also vielleicht nicht nur ein solcher, sondern auch eine Art Motto der Band...?

Philipp: Ja schon, es gibt genug Negatives, dabei ist es höchstwahrscheinlich eine positive Kraft, die das Universum zusammen hält. Wenn's auch manchmal schwer fällt, das zu glauben.

Thomas: Eines eurer Geheimrezepte ist, (gepflegten) Bombast auf den Hänger zu schaufeln, ohne dabei die Karre total zu überladen!

Philipp: Ja, die richtige Mischung macht's!

Thomas: "Hear The Call" hat mich im "Eingangsbereich" etwas erschreckt. Dachte, da geht jetzt ein Reggae vom Stapel...

Philipp: Das hat sich beim Jammen spontan so ergeben, und wir fanden es einfach originell. War zwar ein kleines Risiko, aber den meisten Leuten gefällt es.

Thomas: Track 12 fällt dann aber wirklich etwas aus dem Rahmen. Dieser "Orient-Express" ist einfach genial. Die Entstehung dieses Songs würde mich sehr interessieren.

Philipp: Ebby hat mich gefragt, ob ich nicht noch so was Mystisches im Programm hätte, da hab ich dann diesen Song komponiert.

Thomas: Wird es mehr Tracks in diese Richtung geben? Hoffentlich ja...

Philipp: Ja, ich denke schon.

Thomas: Das Instrumental am Schluss stimmt etwas traurig. Andere Tracks stimmen eher positiv, aber mit diesem stürzt ihr (uns) in einen Abgrund. Philipp hängt den Melancholischen raus und etwas "durch den Wind" bleiben wir zurück. Das schreit geradezu nach einer Fortsetzung...

Philipp: Fortsetzung ja, aber nicht mehr ganz so melancholisch, das neue Instrumental ist hoffnungsvoller. Damals war ich wohl in einer etwas traurigen Grundstimmung...

Thomas: Die "Unendlichkeit ruft". Und die Fans nach dem zweiten Longplayer. Wann wird der Ruf erhört werden?

Philipp: Im Okober oder November 2006.

Thomas: Die Besetzung hat sich nicht unwesentlich verändert. Vom ursprünglichen Line-up sind nur noch Ebby und Philipp übrig geblieben. Der harte Kern sozusagen...

Philipp: Ja, wie oben schon erwähnt, waren die Leute, die auf der CD gespielt haben, Studiomusiker.

Thomas: Inwieweit werden sich die personellen Veränderungen auf den Sound auswirken?

Philipp: Eigentlich gar nicht, ich komponiere nach wie vor die Musik.

Thomas: Die zweite Gitarre wird doch nicht zu Lasten des Keyboardanteils gehen?

Philipp: Nein, sie soll nur den Livesound fetter machen und zwestimmige Gitarrenmelodien auch live ermöglichen.

Thomas: Wie geht es "livehaftig" weiter?

Philipp: Wir haben vor, im Herbst und Winter so viel wie möglich zu spielen. Die Daten gibt es dann auch auf unserer demnächst akualisierten Homepage.

Thomas: Zum Schluss ein paar Fragen, die von allgemeinem Interesse sind. Welche Sportart ist langweiliger: Curling oder Fußball?

Philipp: Im Zweifelsfall Curling. Ich bin kein Fußballfan, aber die WM fand ich zum Teil echt spannend.

Thomas: Gibt es ein Leben vor dem Tod?

Philipp: Kommt drauf an, was man draus macht und wo man unter welchen Umständen lebt, glaube ich.

Thomas: Die Natur kam eine ganze Weile ohne uns Menschen aus. War die Welt damals noch in Ordnung?

Philipp: Die Welt wahrscheinlich schon, fragt sich nur, wo wir uns damals rumgetrieben haben.

Thomas: Wir freuen uns auf eure nächste Veröffentlichung. Vielen Dank für das Interview. Das letzte Wort gehört euch...

Philipp: Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und die interessanten Fragen!


Thomas Lawall - Juni 2006
(c) TOM UND MARYS WEBZINE


 

 

 

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