Literatur

5-Minuten-Lektüre:
Heftbuchhefte Band 6-9

von Detlef Guhl


je 30 Seiten
© 2026 Copyright by Detlef Guhl
Verlag: Detlef Guhl, Kaiserdamm 99, 14057 Berlin
mdguhl@t-online.de



Es ist vollbracht. Detlef Guhl hat seine, jetzt schon legendäre, Heftbuchreihe vollendet und damit sein Gesamtwerk. Das ist reichlich traurig und ein schwerer Schlag für die Menschheit, aber auch die schönen Dinge des Lebens sind nun einmal leider endlich.

Was aber ungemein tröstet ist die Tatsache, dass sein gedrucktes Werk bleiben wird. Die Heiterkeit und die unendliche Leichtigkeit seiner schrägen Lebensbetrachtungen bleiben uns und allen folgenden Generationen also für immer erhalten.

Wenn trübe Tage uns die Sinne vernebeln, lohnt ein Griff in diesen neunbändigen Gegenentwurf zum tagtäglich ausgeschütteten literarischen Einheitsbrei, und schafft umgehend Abhilfe.

Nachzulesen übrigens auf dem Cover des sechsten Bandes:

"Dieses Heftbuchheft ist aufbauend und macht Mut."

Na also, geht doch. Und wenn das nachfolgende Bändchen dann auch noch verspricht, jede Seifenoper in den Schatten zu stellen, dann ist die Welt ganz schnell wieder in Ordnung. Ganz besonders dann, wenn Lachanfälle, in immer schneller werdender Abfolge, mitunter Schnappatmung erfordern.

Kurz und wie gewohnt sehr bündig führen die auf den Punkt formulierten satirischen Lebenserfahrungen des Autors Leserinnen und Leser zu tiefer Erkenntnis, und, wenn nötig, zur Wiederbelebung ihres eingeschlafenen Humors und seiner befreienden Wirkung unter besonderer Berücksichtigung von "Schnucken", die man sicherlich schnuckelig finden würde, wenn man denn wüsste, was Schnucken sind.

Man mag für kurze Zeit den Ernst des Lebens gar nicht mehr kennen, schmeißt den unangenehmen Kerl einfach raus, und macht im dunklen Oberstübchen überall das Licht an. Allen Widrigkeiten zum Trotz.

Ja klar, das ist nicht alles, aber trotzdem ganz schön viel! Hab' ich das nicht schon mal irgendwo… egal, jedenfalls soll hier ganz ununauffällig auf das Gesamtwerk Detlef Guhls nochmals ausdrücklichst hingewiesen werden. Zu suchen und zu finden ist eine breite Auswahl seines Gesamtwerkes im Querblatt-Literatur- und Autorenverzeichnis.

Eigentlich ist zu der Reihe ja alles gesagt, siehe das Geschreibsel des Rezensenten in "5-Minuten-Lektüre: Heftbuchhefte Band 1-5", aber nichtsdestoweniger möchte er an dieser Stelle noch ein paar deftige Spoiler präsentieren.

Neben akkurat gesetzter Grammatik, und dies auch oft genug mit entsprechenden Hinweisen diesbezüglich versehen, präsentieren Band 6-9 wieder eine ganze Vielzahl von ebenso existenziellen Erwägungen wie Sachthemen, die das Allgemeinwissen der geneigten Leserschaft nicht unerheblich zu steigern in der Lage sind.

Wahllos herausgegriffen können dies ein "Waranhinweis" sein, Ballen, die in Berlin Pfannkuchen heißen (jeweils Band 6), die Antwort auf die Frage, warum es sich nicht lohnt, den Schamhügel zu erklimmen, und warum die Erika auf der Heide rot wurden (jeweils Band 7).

Aufklärung gibt es auch im Fachbereich komplizierter Sachverhalte, denn zu erklären, warum es ein neues achtes Heftbuchheft gibt, und warum das alte achte jetzt das neue neunte ist, gestaltet sich gar nicht mal so unschwer (Band 8).

Endlich erinnert uns der Berliner Künstler und Autor an jenen legendären Tag des 12. Juni 1987, als Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor in Berlin die zwei legendären Aufforderungen an Herrn Gorbatschow richtete, sowie den darauf folgenden Nachsatz, der leider im Eifer des Gefechts etwas untergegangen ist, und ferner daran, dass man Kreise gar nicht schließen kann (jeweils Band 9).

Den Deutschen Buchpreis hat Detlef Guhl, allen Erwartungen zum Trotz, wieder nicht erhalten. Macht aber nix, denn der Rezensent möchte, im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, dem Gesamtwerk Detlef Guhls das Prädikat "Besonders Wertvoll" verleihen. (Eigentlich schenken, denn nur geliehen wäre ja doof.)

Sein geistreicher Schabernack ist und bleibt einzigartig, und jetzt wird dem Rezensenten dann doch etwas schwer ums Herz, denn nun ist das Ende erreicht. Deshalb macht er sich jetzt ganz schnell vom Acker und überlässt dem Autor ein spektakulär unspektakuläres Schlusswort:

"Aber nun muss auch mal gut sein, gell?!"

 

Thomas Lawall - Juli 2026

 

 

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