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Literatur

111 Orte rund um den Neusiedler See,
die man gesehen haben muss


von Bernadette Németh


240 Seiten
© Emons Verlag GmbH
www.emons-verlag.de
ISBN 978-3-7408-1078-8



Die Koffer stehen bereit. Die Packlisten sind fertig. Schon länger. Die Pandemie fordert ihren Tribut. Leichter Staubansatz bezeugt die lange Wartezeit. Diese scheint sich nun so nach und nach aufzulösen. Sollte sich das Wandeln auf dem Pfad beginnender Resignation in berechtigte Hoffnungen verwandeln, vor allem, was den dauerhaften Bestand der Rückkehr in die sogenannte Normalität betrifft?

Die verschiedenen Behältnisse für den Reisebedarf haben also reichlich Staub angesetzt. Ihre Besitzer ebenso, denn mit dem Erstellen von Urlaubsplänen ist man genauso aus der Übung, wie mit der jeweiligen Zielauswahl. Wo sollte es nochmal hingehen? Auf Altgewohntes zugreifen und kein Risiko eingehen, einmal andere Ziele wagen oder einfach spontan losfahren?

Die Reiseführer des Emons Verlages können hier Abhilfe schaffen. Einen davon hat Bernadette Németh, die österreichische Autorin, Ärztin und Journalistin, geschrieben. Sie hat sich hier etwas Besonderes einfallen lassen. Warum nicht einmal zweigleisig fahren, zumal sie zweisprachig aufgewachsen ist? Österreichs größten See hat sie sich vorgenommen, der sich im Süden bis in jenes Land erstreckt, aus dem ihr Vater 1956 einst flüchtete.

Um den Neusiedler See soll es sich also drehen, und "in all seinen Facetten" will sie uns ihn und die nähere Umgebung, sowohl die österreichische als auch die ungarische Seite, vorstellen. Keine leichte Aufgabe also, doch sie geht es locker an, und wer ihre zahlreichen Veröffentlichungen kennt, weiß, wie das klingt, und mit der Veröffentlichung "111 Orte für Kinder in Wien, die man gesehen haben muss" hat sie längst bewiesen, dass sie auch in Reiseführern kann.

Kurzgefasst und dem Schema der beliebten Serie "einseitig" angepasst, lockt sie, dank farbenfrohen Worten, Leserinnen und Leser auf eine Schnitzeljagd kreuz und quer durch die unterschiedlichsten Regionen rund um den See. Ihr markantes Augenzwinkern fehlt ebenfalls nicht, und so verwundert es wenig, dass es nach dem Ausflug nach Albertkázmérpuszta, einem Dorf, "wie aus einem ungarischen Heimatfilm", zurück ins Burgenland geht, wo der niedrigste Berg des Burgenlandes mit einer Gesamthöhe von 24 Metern "ungeübte Wanderer" aus nah und fern anzieht.

Gut so, dass es das noch lange nicht gewesen sein soll. Es folgen ja noch Attraktionen wie "Eierlikörtorte vor zeitgenössischer Kunst", "Stein in der Hand und Wind um die Nase" oder das Geheimnis um die sagenhaften "Przewalskipferde"...

Der Neusiedler See war dem Rezensenten bisher ein unbeschriebenes Blatt. Die angrenzenden Gebiete sowieso. Zwar gibt es mehr oder weniger fast überall viel zu entdecken, aber mit SO viel hat er nicht im Mindesten gerechnet. Andererseits aber kein Wunder, wenn es dort gar Einheimische geben soll, die mit Erstaunen reagieren ob der Dinge, die selbst ihnen bisher unbekannt waren.

Neben aller Begeisterung muss aber eine deutliche Warnung ausgesprochen werden, denn in nur einem einzigen Urlaub ist das alles nicht zu schaffen! Aber zum Glück gibt es ja viel nachzuholen ...!

 

Thomas Lawall - Juli 2021

 

 

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