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Live


BEEHOOVER, LORD OF THE GRAVE und BLACK SHAPE OF NEXUS
Live im Kap Tormentoso, Stuttgart, am 03.04.08

 

 

 

 

"3 nights of slow heavy and massive eargasms & stimulations" lautet das Motto der Minitour der drei genannten "Schwerverbrecher". Nachdem mich B.SON unlängst in Darmstadt in der Oetinger Villa mehr als beeindruckten, konnte ich mir das erste Konzi der anstehenden Mini-Tour nicht entgehen lassen, zumal mit BEEHOOVER und LORD OF THE GRAVE zwei weitere Highlights auf der Matte standen. Die Fahrt nach Stuttgart gestaltete sich dank Staus und Baustellen nervig und erst nach satten 2 1/2 Stunden sollte ich das "Kap der guten Hoffnung" erreichen ... und wäre beinahe daran vorbeigeschippert. Das Logo der urgemütlichen Kneipe kam mir zwar bekannt vor, doch im Gegensatz zur hell erleuchteten Fußgängerzone und dem grellen Schaufenstergedöns, machte die Location eher einen geschlossenen Eindruck. Mist, dachte ich noch, der Laden ist dicht - hab mich wohl mal wieder im Datum geirrt. Doch zu meiner Freude schummelten sich zwei verdächtige Langhaarige verstohlen in ein sich unerwartet öffnendes Türchen. Hier war ich also doch richtig. Ich folgte den Ratten in den Keller ... der sich sehr "übersichtlich" präsentierte. Später sollte ich allerdings Bauklötze staunen, wieviele Sardinen in so eine Büchse passen. Aber hallo ...

LORD OF THE GRAVE, Mitte 2006 gegründet, eröffneten gegen 21.15 Uhr die Slow-Motion-Oper in drei Akten. Die Baseler überzeugten aus dem Stand, und legten gleich zu Beginn die Messlatte angenehm "tief". Gründer Robert (g, voc) und Jukka (d) polterten zäh und angenehm fies durchs Gelände und senkten mit neuer Bassistin Simone, die seit August 2007 den nach Australien abgewanderten Wilson ersetzt, einen überdimensionierten Grabstein aufs dankbare Publikum hinab. Im Gegensatz zu den beiden bösen Buben am Schlagwerk, Gitarre bzw. Micro wirkte die zart gelockte Viersaiterin reichlich zurückhaltend und schlicht natürlich, was aber keinesfalls bedeutete, dass sie nicht ein ebenso gnadenloses, wie präzises Betonfundament zu verlegen wusste. Ich bin mir ganz sicher, dass wir von dieser Truppe noch einiges hören werden. Man darf auf den ersten Tonträger mehr als gespannt sein.

 

 

 

 

LORD OF THE GRAVE / größere Bilder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem die drei schweizer'schen Plattwalzer das Feld für den zweiten Höhepunkt des Abends leider räumen mussten, fragte ich mich bereits, wie sich wohl später BLACK SHAPE OF NEXUS auf der nur ca. 5 Meter breiten "Bühne" platzieren würden. Da war nämlich nur Platz für Drei ... ! Und schon liefen sie in die Arena samt zweitem Topact, um die Örtlichkeit genauer unter die Lupe zu nehmen.

Doch zunächst musste ja nur für zwei Herrschaften umgerüstet werden. BEEHOOVER kommt ja bekanntlich mit einem Minimum an Personal aus. Gegen 22.30 nahm Herr Peterson genüsslich auf einem Köfferchen Platz (für den Klapphocker wars zu eng), um kurz etwas ins Micro zu nuscheln und dann zu verkünden: "OK, das war's ... und jetzt viel Spaß mit BLACK SHAPE OF NEXUS". Gesagt getan, verschwand Ingmar in Richtung Tresen, um sich erst einmal kräftig einen einschenken zu lassen. Muhahaaa ... dies befremdete Schlagderwisch Claus-Peter nicht unerheblich. Nachdem diverse Handzeichen keinen Erfolg brachten, entschied er sich, den Kollegen mit einem ziemlich deutlichen "Hallo" zum Arbeitsplatz zu bewegen. "Hallo" rief es aus den Zuschauerreihen zurück. Das Spielchen wiederholte sich, bis der halbe Saal einstimmte. Schließlich rief einer von ganz hinten: "Er ist nochmal aufs Klo gegangen!" Jetzt war die Stimmung nicht mehr zu bremsen und das, obwohl BEEHOOVER noch keinen einzigen Ton abgelassen hatten. Fünf Minütchen hats noch gedauert, bis der Meister dann samt Bierchen endgültig Position bezog. Dann brach der Orkan los. Dicht an dicht drängten sich die aus allen Löchern sprudelnden Fans. Immer weiter wurde ich nach vorne geschoben - schließlich war ich so nah dran, dass ich dem Zappelphillip gut und gerne mal eben schnell in die Saiten hätte beißen können.

Die progressiven Rock-Metaller, oder wie auch immer man sie bezeichnen mag, zündeten die Hütte an und brannten sie in null Komma nix ab. In welche Schublade ich die die beiden Urgesteine ablegen soll, ist mir noch immer nicht klar. Was ist das jetzt ... Rock-Metal, Doom-Rock, Groove-Rock, Stoner, Blues ... und ne Portion Psychedelic vielleicht? Ich habe keine verdammte Ahnung und dies ist auch gut so und scheißegal sowieso. Das Wahnsinnsduo rockt am Arsch und groovt wie Sau. Das macht Krach und Laune zugleich. Wohl dem, der diesen Gig nicht verpasst hat!

 

 

 

 

BEEHOVER

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Nach einer knappen Stunde war auch dieser Spaß vorbei und nun begann der spannende Teil. Würden B.SON mit dem Schuhlöffel auf die Bühne gepresst oder würde es andere Lösungen geben? Es gab sie. Die beiden Gitarren wurden links und rechts drapiert. In der Mitte war nur Platz für die Schießbude - also mussten Basser, Sänger und Keyboarder nach vorne verschoben werden. In den Zuschauerbereich! Man kann fast sagen: Band und das gemeine Volk waren EINS - was die Denkwürdigkeit dieses Abends noch unterstrich. Eine solch geniale Atmosphäre gibt es wirklich nur noch in den ganz kleinen Clubs!

Der Umbau ging flott von der Hand, so dass es bereits um 23.45 Uhr weiter ging. Einziger Wermutstropfen war, dass ich nun wirklich zu nah am Brandherd stand. Basser Michael stand mir genau vor der Fresse (mit dem Rücken zum Publikum) und ich musste mich und die Kamera bzw. Klappdisplay reichlich verbiegen, um den einen oder anderen Schnappschuss tätigen zu können. Leider war beleuchtungstechnisch diesmal gar nix geboten, weshalb ich nur mit Blitz arbeiten konnte. Das gibt zwar die "besseren" Bilder, die aber nicht unbedingt die Originalstimmung wiedergeben.

BLACK SHAPE OF NEXUS schien die Platznot nicht im geringsten zu stören oder aus dem Konzept zu bringen. Bereits in den ersten Sekunden brachen die Mannheimer mit einer tödlichen Präzison die Hölle auf Erden los und ließen den Saal fürs erste vor Ehrfurcht erstarren. Entrückt und völlig von der Rolle zelebrierten die durchgeknallten Doom-Fundis eine massive Apokalypse, ein Konzentrat aus dröhnender Endzeitstimmung und finalem Untergang ... und scheinen nunmehr bestens gerüstet für den bisher größten Gig der Bandgeschichte, dem Roadburn Festival am 18. April im niederländischen Tilburg!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BLACK SHAPE OF NEXUS

größere Bilder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


  Thomas Lawall, April 2008
  Fotos: Thomas


  KAP TORMENTOSO, Stuttgart:
  www.myspace.com/kap_tormentoso

  BLACK SHAPE OF NEXUS:
  www.blackshapeofnexus.com
  myspace.com/sadhusonofabitch

  BEEHOOVER:
  www.myspace.com/beehoover

  LORD OF THE GRAVE:
  www.myspace.com/lordofthegrave

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