CD-Review

DESERT SIN - The Edge Of Horizon (2009)

Melodic-Prog-Metal



Was für ein Stimmchen! Hier ist der (ganz) große Bruder von Kermit dem Frosch am Ständer - mein lieber Scholli! Das ist natürlich weder böse noch ernst gemeint, jedoch kam mir diese seltsam anmutende Assoziation in den Sinn, als ich den fulminanten Meistersinger Sandro zum ersten Mal vernommen habe. Und da unsere Stammleserschaft Seltsames von mir gewöhnt ist, kann ich sie natürlich auch hier nicht enttäuschen.

Enttäuschen muss ich aber diejenigen, die jetzt einen Totalverriss von mir erwarten, denn bis zum Ende der Welt dürfte inzwischen bekannt sein, was mir die unsägliche Melodic-Power-Schiene bedeutet. Die als harte Männer verkleideten Weichspüler können mich mit ihren Schleimbeutelattacken und ihrem lächerlichen Heldengedöns sonst wo und kreuzweise noch dazu. Schlager-Metal: Nein Danke!

Doch DESERT SIN bereichern die ebenso langweilige wie abgenudelte Power-Schiene mit neuem Elan und einer Spiellaune, die frischen Wind ins Genre bläst!

Die Österreicher brennen eine Bude nach der anderen ab und geben somit dem Begriff "fröhlicher Tiroler Hüttenabend" eine ganz neue Bedeutung. Selten habe ich derart eingängiges Material auf die Muscheln bekommen, welches mir nicht sofort den Magen umgedreht hat. DESERT SIN zaubern eine Gratwanderung der besonderen Art: Knüppelfette Passagen, welche die Melodie nicht vergessen und umgekehrt. Dazu donnert ein ganzer Güterzug, voll mit progressiven Querschlägern beladen, ins Gebirge, was den Anspruch nicht minder hebt.

Zudem merkt und spürt man deutlich, dass es sich hier nicht um einen Schnellschuss handelt. Da stimmt jede Passage und jeder Schnörkel ist bis ins kleinste Detail ausbalanciert, egal ob es sich um aktuelle Songs, älteres Material oder in einem Fall um Songtexte handelt, die bereits 15 Jahre auf dem Buckel haben. Selbst im Studio erfahren manche Songs noch gravierende Änderungen, während andere nahezu ohne Korrekturen auskommen. 1 1/2 Jahre Feintuning haben sich hier absolut bezahlt gemacht. "The Edge Of Horizon" vereint die Melodic-, Power- und Progressive-Schiene zu einem flotten Dreier der ganz besonderen Art. Muss man einfach gehört haben!

Wenn beim Nachfolger der Power-Anteil leicht gesenkt würde, der Melodic-Anteil bliebe und der Prog-Anteil leicht erhöht würde, stände der Höchstnote nichts mehr im Weg ...

... und dem Sprung auf die ganz großen Bretter ebenfalls nicht!

Fazit: Superstarkes Debut!

 

Bewertung: 11/12

Thomas Lawall - Juli 2009

 

 

Tracklist:

01. Shadow Queen
02. Temple Of The Shadow
03. The Summoner
04. Ice And Fire
05. Edge Of Horizon
06. Tears In A Prophet's Dream
07. Heal My Soul
08. Pharao
09. Gothic
10. The Enemy
11. Curse Of Mamulon
 

Line-up:

Rainer Fischer: Bass, Backing vocals
Harald Vogl: Drums
Sandro Holzer: Lead vocals, rhythm guitar
Roman Fischer: Keyboards, programming
Stefan Entner: Lead Guitar, rhythm guitar


www.desertsin.net

www.myspace.com/desertsinband
 

 

 

 

 

Für Fragen, Kritik und Anregungen steht unser Forum zur Verfügung

Home News Literatur Gedichte Kunst Philosophie Schräg Musik Film Garten Küche Gästebuch Forum Links Impressum