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CD-Review

UARAL  "Sounds Of Pain" (2005)

Folk-Doom-Metal


... oder so ähnlich ... nur ganz anders ... ach was weiß ich, verdammt nochmal!

Ja ... was issn jetzt DAS fürn Teil? Es regnet - Donner - in der Ferne tönt ein Horn - es regnet weiter - das Hörnchen tönt wieder, ein lautes Pulsieren - ein Schrei - jemand keucht - jemand klagt - jemand schreit dazwischen - und wieder das Horn - und dieser entsetzliche Donner ... das sind alles in allem keine guten Vorzeichen [zwar schon öfters gehört ... so ähnlich natürlich ... und (wieder) ganz anders ... ]

Unerwartete Erlösung kommt. Track zwei kontert mit akustischer Gitarre und Flöte und wir wiegen uns in Sicherheit. Einfach nur (ambivalent) schööön, diese chilenischen Klänge ... wenn da nicht plötzlich der todtraurige Gesang beginnen würde (der so ganz nebenbei, aber sehr unzweifelhaft, an einen gewissen australischen Sänger erinnert s.u.) und sich in gellende Verzweiflung steigert.

Verstört und gründlich besoffen von dieser abgründigen Intensität und endgültigen Atmosphäre lauscht man der jungfräulichen Klaviereinleitung in "Eternal Beauty Of The Trees", bis man ohne Vorwarnung die erste (noch) größere emotionale Breitseite in die Fresse bekommt. Gurgelnd und orgelverstört steigert sich das Stück in sich selbst ... und erinnert in der Dramaturgie an YEARNING, VIRGIN BLACK und natürlich an noch viel mehr ...

Und dann kommt das verdammte Gesamtkunstwerk "Sounds Of Pain" ... Gott gütiger ... ! Und wieder fängt das so verfänglich nüchtern und harmlos an. Wobei aber keineswegs klar ist, ob das nun Erinnerungen an andere Bands, die Vergangenheit oder die Zukunft sind. Ach was weiß ich ... und sowieso egal. Das Stück stürzt mich jedenfalls von einer Rätsel-Haft in die andere, und in dieser werde ich wohl bis zum Tod verweilen. Dann werde ich da hingehen, wo diese Musik herkommt.

Endgültig ist diese Scheibe. Uralt, aber von stiller Gewalt. Die blasse Gegenwart scheint kein Thema zu sein, denn was wir da hören, gab es schließlich schon immer und anderseits noch niemals. Diese seltsam bekannte helle Dunkelheit ist wie ein Land, das wir nicht kennen, aber jeden Winkel haben wir schon beweint ...

In weiteren (Gesangs-)Spuren erkenne ich übrigens wieder the one and only Rowan London von VIRGIN BLACK ... wobei hier sicherlich Seelenverwandschaft den Zufall geritten hat oder von mir aus auch umgekehrt. Auch Zufälle können grandios sein. Wobei das eine ja mit dem anderen wenig zu tun hat ... 

"Sounds Of Pain" Chapter IV lege ich euch ans Herz ... und jeden (beliebigen) anderen Takt dieses emotionalen Vorschlaghammers. Die Kombination aus akustischer Gitarre, grottigem Doom und Grunts, die man tiefer nicht legen kann, dürfte ohne Beispiel sein!
Die Reise von "Sounds Of Pain" stürzt gnadenlos nach innen und k(l)otzt bis in den letzten Winkel. Merkwürdig, dass trotzdem die Sonne grell zu scheinen scheint, während der Schmerz sich selbst und alles überwältigt ...

... und am Ende bleibt nur noch ein verzweifeltes "Warum" ...

Fazit: Schwarze Löcher im Blumenbeet. Kranke Harmonie. Alles Glück ist dahin ...

 

Bewertung: 12+/12

Thomas Lawall - Februar 2007

 

 

Tracklist:

1. Lost
2. Surrended To The Decadence
3. Eternal Beauty Of The Trees
4. Sounds Of Pain ...
a. CHAPTER I. Animos
b. CHAPTER II. Inspiracion
c. CHAPTER III. Amargura
d. CHAPTER IV. Cuarto De Pura Melancholia, Casa De Impura Pena
5. Niche
6. Depresion
7. La Vaga Esperanza De Ser …
8. Uaral

Line-up:

Aciago: All instruments
Caudal: Vocals

www.myspace.com/uaral

 

 

 

 

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