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CD-Review

SUBTERA  "Apocalypsed" (2005)

Death-Metal



... mit einem satten Häppchen Grindcore kotzt uns SUBTERA vor die Rübe. Die Brasilianer zogen dereinst los, um die beiden Genres standesgemäß zu vereinen. Mit "Apocalypsed" gelingt das ohne Mühe, denn die Herren wissen durchaus, was sie tun. Das im Jahre 2000 gegründete Trio ist gar nicht mal so unkreativ, denn heuer beglücken sie uns, nach "Nothing and Death" (2002), bereits mit dem dritten Album.
Die erdige Härte der Gesellen geht einem sofort ins Ohr. Und dort bleibt sie auch, denn kritisch kreativ meißeln sie sich von Song zu Song, wobei die Musikanten den Tempomat nicht selten eher auf der mittleren Spur bewegen. Das Tier an den Drums hat sie allerdings nicht mehr alle. Meister Waldner trommelt die gesamte Walhalla nieder, und bildet für mich somit die absolute Attraktion der Scheibe.

Gemeinsam mit William an Sägewerk und Ständer sowie Bassfundamentalist Patrick erreicht die Band eine nicht unbedingt alltägliche Dichte und schafft eine Atmosphäre der Endgültigkeit. Deftige Arrangements und bissige Lyrics knabbern einem wirklich jede Gräte aus dem Fleisch! Krass, da marschiert man(n) doch gerne ins Verderben ...

Die langsame aber stetige Zerstörung der Natur im Allgemeinen, und die Vernichtung der Essenz des Lebens im Besonderen stehen im Mittelpunkt der Sangesvorträge. Nix neues, gell? Politisch und radikal-sozialkritisch geht es z. B. auch im Hause TERRORIZER und REPULSION zu. Zufall? Nö, garantiert nicht. Und wenn schon. Über was denn sonst sollte man sich derart aufregen ...??? Na also!

Aber die Brasilianer ergeben sich keineswegs in ihr Schicksal. So zeichnet dann auch der groovige (wenn ich mir dieses Adjektiv erlauben darf) Death-Brocken und Titeltrack "Apocalypsed" am Ende den doch eigentlich recht schlichten Lösungsweg: "Salvation is humility, salvation is union, salvation is respect, salvation is love"! Naiv vielleicht ... aber einfach wahr, oder was!?
Dieser imposante Fels in der Brandung wird wohl noch so manchen Sturm sehen, aber er wird allem Unbill trotzen. Da die einfachen und offensichtlichen Lösungswege aber niemanden interessieren, wird die nächste Platte wohl (noch) agressiver werden! Keine Gnade bitte! Danke!

Acht Paletten Deathgrind der alten Schule nötigen uns den verdienten Respekt ab, bevor Track 9 mit heimatlichen (Ur-)Waldklängen überrascht. Insofern bemerkenswert, als es sich hier um eine experimentelle Geschichte zu handeln scheint. "Heaven and Earth" scheint größtenteils aus Tierstimmen zu bestehen, und unterstreicht das Anliegen der Band (unschwer auch am schrägen Logo erkennbar).
Die vermeintliche Idylle beendet wieder ein netter Kontrast, denn ohne Vorwarnung kommt "Social Disease" über uns, und beendet jäh jede Nachdenklichkeiten. Das gnadenlose Gerät zierte schon einmal die erste Veröffentlichung "Discord" (2001).

Das nenne ich mal eine gelungene Vorstellung! Auf dem Boden kriechend schleppe ich mich zum Player, um mit letzter Kraft die Wiederholungstaste zu betätigen ...

Fazit: Verzweifelt, gnadenlos aber glaubwürdig. Soundtrack zum Untergang.

 

Bewertung: 10/12

Thomas Lawall - November 2006

 

 

Tracklist:

01. Altars of Pride
02. Deadly Medicine
03. Hand of Extinction
04. Acid Rain
05. Long Distance Massacre
06. Echo
07. Show of Decadance
08. Apocalypsed
09. Heaven and Earth
10. Social Disease

Line-up:

William: Guitar, vocals
Patrick: Bass, vocals
Waldner: Drums


www.subtera.com.br

Die CD kann für 10 Euro incl. Porto bestellt werden bei:
hansyh(at)freenet.de

 

 

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