CD-Review

PACHET "<anti> <matter>" (2004)

Alternative Metal


... der krankeren Art (was keine Abwertung bedeutet!). Die Ludwigsburger Hardcore-Kapelle lässt nichts anbrennen und tanzt gleichzeitig auf vielen Hochzeiten. Die 5-Track-EP bietet einen atmosphärisch sehr dichten Mix aus Hardcore, Nu-Metal und Alternative, was einerseits bedeutet, dass es die Jungs ganz schön krachen lassen. Andererseits ist man auch der leisen Töne Herr, was auch und vor allem an der nicht ungenialen Breitband-Intonation des Sangesfürsten Kai Ambarian liegen mag. Egal, ob er sich, wie in "funny farm", den Wolf brüllt oder in "suicide earth" erst einmal auf der ruhigen Schiene geschickt antäuscht ... , oder im letzten Song "over" auch mal ziemlich "clean" die Öhrchen verwöhnt.

Das wüste Crossover erinnert (mehr und auch weniger) an Kollegen wie ANTAGONIST, RED INK, MACHETE, DOWNTIME oder die Dauer-"Brenner" WIRKSYSTEM. Die Crossover-Elemente könnten von FAITH NO MORE positiv beeinflusst worden sein. Kammer jetzt drüber streiten ... aber schließlich muss das Review ja irgendwas hergeben. Wie wärs noch mit ein paar verzerrten Dialogfragmenten aus einem amerikanischen Schmachtfetzen, die in Track 3 "Psychological examination of a girl, who doesn't believe in words" Otto-Normal-Banger ganz schön verunsichern dürften? Gar nicht mal schlecht formuliert, was? Völlig genial ist übrigens das PORTISHEAD-Cover "over", welches die kleine, aber feine Scheibe abschließt ...

Ja, und zum Bandnamen könnte ich auch noch was bringen. Weiß zwar jeder, aber ... es könnte ja sein, dass jemand im Geschichtsunterricht gerade an der Stelle gefehlt hat, als die ägyptische Göttin PACHET besprochen wurde. Ja, liebe Kinder, diese stammt also aus dem Gebiet von Beni Hassan Pachet und wohnte natürlich in einem Heiligtum, erbaut von Hatschepsut und Thutmosis III., wie sich das für eine ordentliche Göttin gehört. Sie ist die Herrin der Wüste, eine Löwin mit scharfen Augen und spitzen Krallen ... und nicht zuletzt deshalb nennt man sie auch "Die Kratzende" ... !

Passt natürlich 100pro zur Band und der abgedrehten Mucke! Leider ist "anti matter" recht kurz ausgefallen, aber mit einer 7-Track-EP will man demnächst ein paar Kohlen nachschippen. Na, da freuen wir uns doch drauf!

Fazit: Schräges Unbehagen. Bezauberndes Bombardement. "Psycho Poetry"!

 

Bewertung: 10/12
("over": 12/12)

Thomas Lawall - Januar 2007

 

 

Tracklist:

1. funny farm
2. suicide earth
3. psychological examination of a girl who doesn't believe in words
4. mummy
5. over

Line-up:

Kai Ambarian: Vocals
Dirk Leinberger: Drums
Julian Mutschke: Bass
Michael Trautner: Guitars


www.pachet.de

 

 

 

 

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