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CD-Review

ARENA  "Pepper's Ghost" (2005)

New Art-Rock



Ja lieber Herr Gesangsverein, höre ich da richtig? Wach ich, oder träum ich?? Was kommt denn da für eine Mucke angeflattert??? Ich glaub's nicht, denn das ist genau DAS, was ich schon immer über Prog-Rock wissen wollte, mich aber nie zu fragen wagte...

Ich muß schon sagen, dass es mir nun langsam wie Schuppen von den Haaren fällt...! Wie lange reise ich schon durchs Universum der Töne und wie hat alles begonnen? Nach YES, GENESIS und Pink Floyd bestieg ich jazzige Hochgebirge über RETURN TO FOREVER bis Jarrett, Garbarek, Gismonti, Burton, Towner, Weber... bis dann Wagners Opern über mich hereinbrachen und so ganz nebenbei die härtere Phase von Zeppelin, Purple und Sabbath beendeten. Ich bekam gerade noch mit, wie Ozzy die Geburtsstunde der Dunkelheit einläutete, bis ich mich nach längerer Sound-Abstinenz endgültig in den kopflastigen Jazz-Konstruktionen von Kolbe, Illenberger, Dauner, Holland, Miller oder Watanabe verloren habe...  

Erst Ende 30 entdeckte ich die Metal-Schublade (aufgrund einer gewonnen Wette...) mit ihren unzähligen Strömungen, Innovationen und Fusionen neu, bis ich schließlich seit Ende 2004 immer mehr zu alten Tugenden zurückfinde...

Bin ich doch ein alter Progheimer, oder was? Jawoll, sieht so aus, denn ARENA erinnern mich gleichermaßen an die Vergangenheit wie an die Zukunft! Dieses Paradoxon geht voll auf, weil ich in "Pepper's Ghost" unendlich viele Zitate aus längst vergangenen GENESIS- und YES-Tagen finde und gleichzeitig in die Zukunft des Prog reisen darf!
ARENA ufern scheinbar ohne jede Mühe in einen federleichten New-Prog aus, der mich in ebenso glasklare wie etwas seltsame (Gefühls-)Welten führt. Ein merkwürdig lockerer und sanftmütiger Spaziergang, der munter und fröhlich durch moll-getränkte Gebiete führt...! Und über diesem Panoptikum der Sinne hängen bedrohliche Wolken und werfen so komische Schatten...

Lange bin ich nicht mehr so restlos begeistert gewesen! Schätze ähnlich euphorisch war ich drauf, als GENESIS das legendäre Album "Selling England By The Pound" herausbrachten und YES ihre "Tales From Topographic Oceans" erzählten! Ich dachte bis heute: So etwas wird es nie wieder geben. Ich sollte mich täuschen, denn eine ganz ähnliche Sternstunde ist "Pepper & Ghost"... nur ganz anders...                        
Fazit: Na ja, das Jahr ist noch jung, aber das ist bis jetzt die (Prog-) Platte des Jahres!!!


Thomas Lawall - Januar 2005
 

 

Tracklist:

1. Bedlam Fayre 
2. Smoke And Mirrors
3. The Shattered Room 
4. The Eyes Of Lara Moon  
5. Tantalus 
6. Purgatory Road 
7. Opera Fanatica

Line-up:

Rob Sowden: Vocals
John Mitchell: Guitar and Backing Vocals
Clive Nolan: Keyboards and Backing Vocals
Ian Salmon: Bass and Acoustic Guitar
Mick Pointer: Drums

 

 

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