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Literatur

Weltenerbe 1 - Das Geheimnis der Zylinder

Umbrella Brothers


256 Seiten
© ACABUS Verlag, Hamburg 2009
www.acabus-verlag.de
www.umbrella-brothers.de
ISBN: 978-3-941404-88-5



Darauf hat General Setter gewartet. Der nächste Behälter wurde in Grönland gefunden. Gut, dass der Langläufer, der ihn zufällig entdeckt hat, glaubt, dass es sich um eine illegale Altölentsorgung handelt. Möglicherweise hat ihn dieser Irrtum vor ernsten Komplikationen bewahrt ...

Per Militärmaschine und Hubschrauber macht er sich sofort auf den Weg, um den vierten Behälter in Augenschein zu nehmen. Am Zielflughafen angekommen, geht es per Armeejeep weiter. Auf dem zweistündigen Weg durch die eisige, weiße Unendlichkeit endeckt der General eine einsame Gestalt. Am Straßenrand steht ein Mann, dick verpackt in Pelzmantel und -mütze, und hält einen Speer in der Hand. Er vermutet einen Eskimo, wird aber von Major T.C. Carson dahingehend aufgeklärt, dass es sich um einen Inuiten handelt ...
Da die Operation verdeckt stattfinden soll, stellt der General mit Entsetzen fest, dass man eine olivgrüne Zeltstadt aufgebaut hat. Nicht gerade unauffällig in dieser Gegend. Es würde sich um eine fehlerhafte Bestellung handeln, wie ihm der Major versichert. Die weißen Zelte würden morgen eintreffen ...

Der Zylinder ist defekt. Man könnte ihn öffnen, doch Archäologin und Biologin Mercedes Bolina rät dringend davon ab. Sie arbeitet als Vertreterin für Frau Professor Swanson, die bei einem seltsamen "Unfall" schwer verletzt wurde ... ! An Ort und Stelle erfahren der General und die Biologin, dass hinter dem Behälter ein Skelett gefunden wurde. Der Kopf wurde nicht entdeckt, zwei Halswirbel fehlen ebenfalls und der letzte noch verbliebene ist verschmort. Das Skelett ist vergleichsweise klein, weshalb man zunächst einen 12 -13 Jahre alten Jungen vermutet hatte. Bei näherer Untersuchung findet man jedoch heraus, dass es sich um einen etwa 30 Jahre alten Mann gehandelt haben muss. Das im Eis konservierte Skelett ist zudem 10000 Jahre alt!

Diese Zeitangabe passt nicht zum Material des etwa 2,5 Meter großen Zylinders. Die leicht porös wirkende Oberfläche wirkt wie aus Stein. Doch es scheint weder Stein noch Metall zu sein. Man kann nichts hineinritzen, denn das Material ist so hart wie ein Diamant - vielleicht sogar unzerstörbar. Weitere Rätsel gibt die teilweise erhaltene Kleidung des Mannes auf. Es scheint ein lederartiger Minirock gewesen zu sein. Zwei Armreifen sind ebenfalls noch erhalten. Sie sind identisch, zeigen zwei ineinander verschlungene Schlangen und bestehen zum größten Teil aus purem Gold ...

Über die halbe Welt verstreut werden die Zylinder gefunden. In Grönland, in der Sahara ... oder in Frankreich bei Daniél im Garten. Er wollte eigentlich nur einen Brunnen anlegen. Das klappte jedoch nicht, da an drei verschiedenen Stellen ab einer gewissen Tiefe kein Durchkommen mehr war. Gut, wenn man aber nicht nur einen Onkel hat, sondern dieser auch Inhaber eines Geschäfts für Baufahrzeuge ist. Schnell ist das entsprechende Gerät herbeigeschafft, wobei es dem Garten und vor allem dem Kirschlorbeerstrauch nun an den Kragen geht. Glücklicherweise ist Daniéls Frau gerade für ein paar Tage verreist und verpasst so das Drama. Um das ganze Ausmaß seiner Verwüstungen zunächst zu vertuschen, kauft der einfallsreiche Ingenieur im nächsten Baumarkt einen Holzschuppen, den er kurzerhand auf die ausgehobene Grube stellt. Den Zugang zum Schacht sichert er mit einer abschließbaren Tür im Boden der Hütte. Zu gegebener Zeit könnte er dann in Ruhe weiterarbeiten, um den Gegenstand weiter zu erforschen. Wenn das mal keinen Ärger gibt - vor allem wegen dem Kirschlorbeerstrauch ...

Die Umbrella Brothers sind Martin Stottmeister - der schreibende Teil - sowie sein langjähriger Kumpel und Freund Peter, der sich auf das Lesen und Kommentieren spezialisiert hat. Kurz: Er sagt, ob der Text genial oder Schrott ist. Den Spannungsaufbau lockert der Autor mit allerlei humoristischen Einlagen auf, die in diversen Dialogen unvermittelt über uns hereinbrechen. Drei Beispiele:

"Meine Herren, dies ist Major T.C. Carson! Wenn es etwas gibt, was sie ihm nicht sagen wollen, dann sagen sie es mir, damit ich es ihm dann sagen kann. Haben wir uns verstanden?"

oder

"Die Anzahl meiner Kinder beläuft sich auf eins. Alles Mädchen."

Ein Dialog mit dem lieben Nachbarn:

Jetzt fehlte nur noch, dass ein Staubsaugervertreter klingelte. Dem hätte er das Gerät sonstwohin gesteckt. Und eingeschaltet.
Daniél ging in den Garten zu seinem Schuppen. Auf dem Weg dorthin erblickte ihn Herr Trautwein und rief: "Hallo, Herr Nachbar!"
"Hallo, Herr Trautwein. Gar nicht im Büro?" Los, dachte er, biete mir einen Staubsauger an! -

Weltenerbe 1 kommt auf den Punkt und ohne jede Schnörkel aus. Martin Stottmeister hat einfach zu viele Ideen und wenig Lust, den Leser mit ebenso verschachtelten wie kopflastigen Beschreibungen zu langweilen. Er will unterhalten und er steht dazu. Die Geschichte hat Tempo und eine sehr gesunde Portion Witz und Ironie.

Die beiden Freunde behaupten auf ihrer (sehr unkonventionellen) Page, sie kämen sehr gerne zu Lesungen - vorzugsweise in Schulen und Krankenhäuser, denn dort könne das Publikum nicht weglaufen und müsse der Veranstaltung bis zum bitteren Ende beiwohnen. Das ist nun zu viel der Bescheidenheit, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass bei dieser Lektüre jemand freiwillig das Weite suchen würde! Eher den zweiten Teil ...

... welchen wir, festgenagelt an der Story, sehnlichst erwarten. Zunächst soll aber im Frühsommer 2010, wie ich vom Verlag erfahren konnte, eine überarbeitete Zweitauflage des Science-Fiction-Thrillers erscheinen.

 

Thomas Lawall - März 2010

 

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