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Literatur

WELCHE MARKE STECKT DAHINTER?

No-Name-Produkte und ihre namhaften Hersteller

von Martina Schneider


ISBN 3-517-06780 6
© 2005 by Südwest Verlag


Beim Kauf von Markenartikeln weiß man, was man hat. Vor allem die Qualität stimmt, und dafür gibt man doch gerne etwas mehr aus. Mit No-Name-Produkten muss man hingegen vorsichtig sein, denn der weitaus geringere Verkaufspreis geht zwangsläufig zu Lasten der Qualität. Richtig? Leider nur bedingt, denn Martina Schneider, Lebensmitteltechnologin und Fachjournalistin für Ernährung, bringt den uneinschränkten Glauben an den Zusammenhang zwischen Qualität und Preis ganz ordentlich ins Wanken.

Dabei fristen No-Name-Produkte schon lange kein Außenseiterdasein mehr. Der Marktanteil von Discountern liegt immerhin schon bei rund 35 Prozent. Im Jahr 2010 wird gar jeder dritte Artikel zu einer sog. "Handelsmarke" gehören. Doch wie sieht es mit der Qualität dieser Lebenmittel aus? Der Ruf ist noch immer nicht der Beste... und wer würde sich mit gutem Gewissen trauen, das billige Zeug gar seinen Gästen anzubieten? Die Vorurteile scheinen also auch eine nicht unbedeutende soziale Komponente zu besitzen...

Leider völliger Unsinn, denn Martina Schneider klärt uns dahingehend auf, dass No-Name-Produkte besonders strikten Qualitätsvorgaben unterliegen! Sie werden sowohl durch den Hersteller als auch von den jeweiligen Handelsketten, die sehr genaue Vorstellungen über die Produktbeschaffenheit haben, geprüft. Produzenten von Eigenmarken müssen sich nach dem "IFS" (International Food Standard) zertifizieren lassen, und damit gehen die Qualitätsanforderungen sogar über das gesetzliche Maß hinaus! Wer hätte das gedacht?!

Werden also die Handelsmarken (oder "Eigenmarken" genannt) auf lange Sicht die "Herstellermarken" verdrängen? Gänzlich sicherlich nicht, denn die Discounter bieten ja nur ein begrenztes Angebot. Doch die Konkurrenz wächst. Werden die Markenhersteller also pleite gehen? Mitnichten, denn viele mischen beim Boom der Billigprodukte ordentlich mit! Diese Waren werden allerdings "under cover" produziert, denn man möchte ja den Markennamen nicht beschädigen...

Die Autorin beschreibt, wie wir anhand der "Veterinärkontrollnummer" dem Hersteller auf die Spur kommen können. Wer nicht so viel Aufwand treiben will, findet ab Seite 26 eine äußerst interessante Gegenüberstellung von No-Names verschiedener Discounter mit der jeweiligen Herstellermarke. Mögliche Einsparungen bis zu 62% sind möglich...

Fazit: Schnell gelesen - schnell gespart! Aufschlussreicher Ratgeber für "Smart-Shopper". Pflichtlektüre für alle Hausfrauen und -Männer, die nicht länger "Etiketten trinken" oder "Banderolen rauchen" wollen.

 

Thomas Lawall - März 2006

 

 

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