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Literatur

Tod im Februar


von Alan Parks


432 Seiten
© 2019 der deutschsprachigen Ausgabe
by Wilhelm Heyne Verlag, München
www.heyne-hardcore.de
ISBN 978-3-453-27198-2



Zurück im Dienst erwarten Detective Harry McCoy alles andere als Zeit zum Durchatmen und Fälle, die, im Gegensatz zu den vorangegangenen, etwas weniger als vollen Einsatz erfordern. Wiederum stehen die Zeichen auf Sturm, und das nicht nur auf dienstlicher Ebene.

Die Grenzen von Gut und Böse zeichnet Alan Parks in diesem Roman
keinesfalls klar voneinander getrennt, so wie sich das gehört, und dies liegt nicht nur in der Person des Zuhälters Stevie Cooper, McCoys langjährigem Freund, begründet. Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit, entwickelten sich aber in gegensätzliche Richtungen, jedoch gibt es auf beiden Seiten die in etwa gleichen alten Rechnungen zu begleichen.

Generell zeigt sich Alan Parks in der Schilderung schauriger Details wenig zimperlich, was auch für Leserinnen und Leser als Voraussetzung zur Bewältigung dieser Lektüre gilt. Jedoch ist man aufgrund gewisser Vorkommnisse in gewissen Einrichtungen ebenfalls bereit, moralische Schranken zu übersehen, auch wenn die Dämonen der Vergangenheit damit letztlich nicht wirklich besiegt werden können.

Wenig erstaunlich ist die Tatsache, dass es sich in einem Thriller um das gewaltsame Ableben einiger handverlesener Kandidaten handelt. Die Frage des Warum und Wie dann schon eher, oder noch erstaunlicher wird es, wenn alsbald der Mörder nicht unbedingt gefunden, aber zumindest bekannt ist. Wer ab diesem Zeitpunkt weitere Eskalationen ausschließt, sollte sich gewaltig irren ...

Fast scheint es nicht möglich zu sein, dass sich die Ereignisse um jene "Aktion" noch weiter zuspitzen könnten, bis das Undenkbare geschieht! Ein einmaliger Fall und eine ebensolche Zwickmühle, die sicherlich so noch nie in einem Kriminalroman beschrieben wurde. Wie sollen der Cop und sein Spezi da jemals wieder herauskommen?

Glasgow. Schottland. Februar 1973. Und mitten im Sumpf des Verbrechens eine Figur, wie aus einem der düsteren Kriminalfilme Jean-Pierre Melvilles entsprungen. Harry McCoy gewinnt, ohne jemals zu siegen.

"Tod im Februar" ist Geschichte und (nicht nur) McCoy ganz unten angekommen. Ob es im März wieder aufwärts gehen wird ...?

 

Thomas Lawall - Mai 2020

 

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