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Literatur

Supermarktgeschichten


von Christoph Aschenbrenner


46 Seiten
© 2019 sonderpunkt Verlag
www.sonderpunkt-verlag.de
ISBN 978-3-95407-098-5



Das Vorwort ist nicht nur ein solches, sondern auch noch interaktiv. Leserinnen, Lesern und solchen, die noch nicht wissen was sie sind, wird eine existenzielle Frage gestellt. Diese soll selbstverständlich beantwortet werden. In meinem Fall lautet sie: Nö, mir geht es keineswegs auf die Nerven, einkaufen zu müssen. Ich sehe es eher als ein Privileg angesichts vieler Millionen Menschen, die gerne wenigstens den Hauch solcher Möglichkeiten hätten.

Um so lustiger ist es für mich, den Worten des Autors zu folgen, welcher sich zum Thema "hemmungslos auskotzen" möchte. So langsam scheint er rumzuzicken, der Herr Aschenbrenner. Ja gut, es muss ja nicht gleich ein Lustgewinn sein, die "Konsum-Hölle" zu betreten.

Egal, schlecht gelaunt ist er auf jeden Fall. Wie sonst könnte er auf die wahnwitzige Idee kommen, Frauen sollen sich die "Karriere abschminken"? Nur weil aus ihm auch nichts "Staatstragendes" geworden ist? Natürlich kann das nur ein derber Scherz sein, ebenso wenn er u.a. heftig gegen Gehhilfen als solche protestiert oder mit dem unsäglichen "Männer-Radar" kokettiert. Leider, leider kommt es aber so rüber, als ob er diese reaktionären Unsäglichkeiten ernst meinen könnte. 

Einig sind wir uns dann wieder, was die Existenzberechtigung von Chili-Schokolade betrifft. Auch der deftige Seitenhieb in die aktuelle Politik der Vereinigten Staaten von Amerika und einer ganz und gar unheiligen Aktion, die dennoch in in gewisser Weise begeistern könnte, sitzt.

Der Autor steigert sich, wie gewohnt, langsam aber gewaltig. Seine extrem unterhaltsame Gebrauchsmetaphorik findet in "Inflationäre Redewendungen" mit dem von ihm erdachten "Denk-Kaugummi" einen vorläufigen Höhepunkt. Mehr wird jetzt aber nicht verraten.

Noch ein Wort zu "Mutters Sonntagsbraten". Das einstige "Statussymbol" war stets ein Fest, jedoch auf die Dauer mit erheblichen Nebenwirkungen belastet. Mutters Geschichten, in Endlosschleife präsentiert, sind irgendwann, bei aller Liebe, nicht mehr zu ertragen. Dann schon lieber dem Aschenbrenner seine.

"Alles gut!"

 

Thomas Lawall - November 2019

 

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