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Literatur

Mörderisches Bremerhaven
Der kriminelle Freizeitführer:
11 Krimis und 125 Freizeittipps


von Angelika Griese


252 Seiten
© 2016 - Gmeiner-Verlag GmbH
www.gmeiner-verlag.de
ISBN 978-3-8392-2177-8



Nicht wenige Frauen mögen sich fragen, was sie mit jenem Menschen an ihrer Seite anfangen sollen, der sich vom einstigen smarten Verehrer in einen saufenden, rauchenden und ungepflegten Proll verwandelt hat und mit seinem reaktionären Geschwätz seinem gesamten Umfeld auf die Nerven geht. Angelika Griese hat Antworten. Eine davon schildert sie in ihrer ersten Geschichte "Bernis letzte Reise".

Untreue Männer sind ebenfalls ein beliebtes Thema, wobei gerne auch einmal die Standpunkte vertauscht werden können, denn da wo ein untreuer Er zugange ist, gehört auch eine untreue Sie dazu. Mit einer solchen bekommen wir es in "Die Liebesinsel" zu tun.

Lustig oder gar nicht lustig, je nach Betrachtungswinkel, kann es werden, wenn sich ein Ehemann gleich mehrere Affären gönnt. Je kreativer die Ehefrau agiert, desto überraschender kann das Ergebnis dieser Geschichte sein. "Frauensolidarität" beweist es.

Dem Ernst der jeweiligen Lage stellt Angelika Griese einen ausgeprägten Sinn für Humor entgegen. Dies kann sich in außerordentlich gegensätzlichen Situationen abspielen, beispielsweise indem sie einen Dackel "Schimanski" nennt, oder in "Tödliche Keime" einen Mord in einem Schwimmbad, eine grausige Pointe inbegriffen, schildert.

In ihrem Vorwort schwört uns die Autorin jedoch zunächst einmal auf den Boden der Tatsachen ein. Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, stellt sie richtig, dass es sich bei Bremerhaven keineswegs um eine "mörderische Stadt" handelt, schließt jedoch nicht aus, dass beim Schlendern durch die Stadt und dem Besuch der zahlreichen Sehenswürdigkeiten sich irgendwie und auf seltsamen Wegen gewisse Ideen manifestieren. Zumindest bei ihr ist das so. Und Leserinnen und Lesern dürfte sie damit anstecken, denn wer fantasiert mitunter nicht gerne etwas mit.

Und wer mit den teilweise recht originellen Mord- und Totschlaggeschichten (das nächste Mal aber bitte wieder mit Inhaltsverzeichnis!) nicht unbedingt etwas am Hut hat, kann sich, wie in der Reihe üblich, an den diesmal recht umfangreich ausgefallenen 125 Freizeittipps erfreuen, die sich wie immer an die Geschichten anschliessen und mitunter elf und in einem Fall sogar siebzehn Seiten umfassen. Was einerseits den Rahmen dann fast etwas sprengt, ist andererseits sowohl für den Erstbesucher der Stadt gedacht, als auch für jene Einheimische geeignet, die ihr Wissen über ihre Heimatstadt erweitern möchten.

Alles in allem leichte Krimilektüre, auch und besonders für Städte-Touris. "Mörderisch lesenswert".

 

Thomas Lawall - Juli 2017

 

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