NetZähler

 

Literatur

Lulea und ihre Vertrauten

von Felizitas Montforts


142 S.
1. Auflage 2009
©2009 by fhl Verlag Leipzig
Titelbild & Zeichnungen: s-thomas-art
www.fhl-verlag.de
kontakt (at) fhl-verlag.de
www.felizitas-montforts.de
ISBN 978-3-942025-17-1


Achtung, Achtung, es folgt eine Durchsage und zwar an richtige Kinder, an ältere Kinder, und von mir aus auch an alle Erwachsenen. Vor allen Dingen an solche, die immer so tun, als würden sie keine Kinderbücher mehr lesen. Ha! Also, jetzt kommt die Durchsage: Ich kenne etwas, was ihr nicht kennt. Ätschi bätschi! Soll ich es euch verraten? Ja? Och, eigentlich habe ich im Moment gar keine Lust dazu! Was? Ihr wollt es aber unbedingt wissen? Na gut, dann passt mal auf ...

Ihr kennt euch doch sicher alle mit Hexen unheimlich gut aus. Es soll ja Leute geben, die uns einreden wollen, dass es die gar nicht gibt. Pah! Die interessieren uns aber gar nicht und recht haben sie sowieso nicht. Manche wollen uns sogar einreden, dass Hexen irgendwie schrecklich böse wären und früher ganz ganz schlimme Dinge getan haben. Alles nicht wahr. Hexen sind lieb und verdammt lustig. Ihr wisst natürlich auch, dass junge Hexen bereits mit neun Jahren ihren Besen bekommen und von diesem Tag an frei zaubern dürfen. Ganz klar.

Wen ihr vielleicht aber noch nicht kennt, ist Lulea, die zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Oma im Wunschelwald lebt. Stimmt's? Hab ich mir doch gedacht. Dann kennt ihr natürlich auch nicht das tolle Haus, in dem die Drei wohnen. Es ist ein Baumstammhaus, gebaut in einen echten Hexenbaum, der durch einen besonderen Zauber geschützt ist. Natürlich hat das Haus mehrere Stockwerke und wird durch verglaste Astlöcher hell erleuchtet. Ganz oben in der Baumkrone wohnt Lulea. Es ist gar nicht so leicht da hochzukrabbeln und auch ganz schön gefährlich da oben. Aber Lulea wird durch ein magisches Schild geschützt und kann deshalb nicht runterfallen. Das verrückteste an dem Haus sind die Möbel. Die sind alle aus dem Baum gewachsen und deshalb lebendig! Das ist unglaublich gemütlich, macht aber auch Arbeit. Im Frühling wachsen nämlich überall junge Triebe heraus, die dann abgeschnitten werden müssen ...

In dem Haus gibt es auch ein Telefon. So was ähnliches jedenfalls. Mutter Chrisanne erfindet dauernd so komische Sachen. Astophon ist so eine Erfindung. Sie muss nur mit ihrem Zauberstab einen Ast berühren und schon kann sie mit jedem Familienmitglied astophonieren. Den komischen Wischmopp "Schrubbel" hat sie auch erfunden. Der ist aber eklig.

Es gäbe ja noch viel zu erzählen. Nämlich, warum die Lulea an ihrem neunten Geburtstag so furchtbar traurig ist, wo das doch eigentlich ein Freudentag ist. Über ihr Geschenk freut sie sich auch nicht. Obwohl es ein supertoller Schmuckkamm mit ganz langen Zähnen ist, der sogar ganz stark zaubern kann. Oder das mit dem Papa von Lulea ist auch so eine Sache. Irgendwie reden die Mama und die Oma nicht so gerne über ihn und schauen sowieso immer weg, wenn es um ihn geht.

Wenn ihr das Buch aufmacht und die ersten Zeilen lest, dann bleibt ihr daran kleben. Natürlich nicht in echt. Es kann aber sein, dass die Frau Felizitas Montforts mindestens ein kleines bisschen zaubern kann. Denn es ist ganz schwer, mit dem Lesen aufzuhören, weil man immer wissen will, wie es weitergeht. Und man wird auch gar nicht müde. Die Geschichte ist aufregend, aber auch lustig. Vor allem, weil es so lustige Namen gibt. Zum Beispiel "Beißer", "Flutsch, "Schrubbel", "Herr Stinker", "Flitze", "Schru Schru", "Kleks" oder "Kalax". Dann gibt es noch so komische Sachen wie "Glühzauber", "Wünschewald", "Wunschelwald", "Wurzelpost" oder "Federbällchen". Wer oder was das alles ist, könnt ihr aber selbst herausfinden. Das macht total viel Spaß.

Am Ende wird es sogar etwas gruselig. Das hatte ich gar nicht erwartet. Normalerweise hat ein Buch immer ein Ende - dieses Buch hat aber zwei. Die eigentliche Geschichte geht natürlich gut aus, aber dann passiert noch etwas und das ist ganz schön unheimlich. Fast habe ich mir Sorgen gemacht um die liebe Lulea, denn endlich hat sie bekommen, was sie sich so sehr gewünscht hat. Irgendwas stimmt aber nicht, und wahrscheinlich hat das etwas mit dem Papa zu tun. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Geschichte vielleicht weitergeht! Das wäre nämlich toll. Vor lauter Aufregung habe ich an die Frau geschrieben, die das Buch gemacht hat. Die war total nett und hat mir gesagt, dass ich recht habe. Stellt' euch vor, es gibt tatsächlich eine Fortsetzung und das Buch soll sogar noch viel dicker werden! Juchu!

Jetzt muss ich aber aufhören, weil ich euch ja nicht zu viel verraten will. Sonst stehle ich euch noch die Spannung. Ihr braucht übrigens keine Angst zu haben, denn das Buch ist ganz toll zu lesen und man kapiert einfach alles. Ihr habt bestimmt auch schon so komische Bücher gelesen, wo man kein einziges Wort versteht. Das haben meistens supermegaschlaue Leute geschrieben, die wahrscheinlich damit angeben möchten, was sie alles wissen und so. Ich kann euch aber versprechen, dass die Frau Felizitas Montforts das ganz anders gemacht hat. Das ist soooo leicht zu lesen - das verstehen sogar Erwachsene!

 

Thomas Lawall - Januar 2010

 

Für Fragen, Kritik und Anregungen steht unser Forum zur Verfügung

Home News Literatur Gedichte Kunst Philosophie Schräg Musik Film Garten Küche Gästebuch Forum Links Impressum