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Hell over Wacken Metal Krimi
von Bastian Zach
412 Seiten © 2026 - Gmeiner-Verlag GmbH www.gmeiner-verlag.de ISBN 978-3-8392-8104-8
Das wars dann wohl für Lars Schulze. Ein schwarzer Höllenschlund tut sich auf und er scheint in eine nicht enden wollende Tiefe zu stürzen. Doch auch die schlimmste Bodenlosigkeit hat mal ein Ende. Dann folgt, was folgen muss: Der Aufprall.
Aber alles halb so schlimm, denn gleich zu Beginn von "Track 05", die Kapitel heißen hier "Tracks", verrät ein handfester Spoiler des Autors, dass die Beschreibung einer Traumsequenz folgt.
Na ja, macht nix, denn immerhin markiert diese den Einstieg in jene Tatbestände, die man in einem Kriminalroman nun mal erwartet. Wurde auch Zeit, denn einige private Details aus dem Leben des Kaufhausdetektivs sind ja nun schon bekannt.
Ein Wiedersehen mit seiner Angebeteten ist angesagt, platzt aber wegen eines Vulkanausbruchs in Island. Ihr Flieger ist erst einmal ausgefallen und er sucht nach einer alternativen Beschäftigung. Aber was soll man in Hamburg schon groß unternehmen?
Zum Glück wartet in einer Kneipe, vollgestopft mit "maritimen Objekten", seine Tochter Mia auf ihn, die ihn mit ihrer spontan unkontrollierten Art, sowie mit einem Konzertbesuch und einem Treffen im dortigen Backstagebereich, auf völlig andere Gedanken bringt.
Das alles hat ziemlich viel mit Musik der heftigeren Fraktion zu tun, wobei erst einmal im Unklaren bleibt, was das alles mit den unschönen Ereignissen, die der erste Track beinhaltet, zu tun hat.
Das ist dann andererseits wieder voll in Ordnung, denn Bastian Zach hat, bis sich die locker herumliegenden Handlungsfäden, die alle mit einer Art Klassentreffen einer alten Clique namens "Rock Crüe 666" in Zusammenhang zu stehen scheinen, zu einem großen Ganzen vereinigen, einiges an originellen Überraschungen zu bieten. Von hohem Unterhaltungswert ist beispielsweise seine Kreativität in Sachen Ausdruck, denn in der Szene pflegt man doch eine teilweise recht lockere Art der Kommunikation, die den Wortschatz der Uneingeweihten mitunter einigermaßen überfordern kann.
Man steht beispielsweise "bepilst" in den Reihen des Konzertpublikums, oder zieht sich nach durchzechter Nacht (oder mehreren) die eine oder andere "Neun-Millimeter-Kopfschmerztablette" rein.
Schön sind auch Nachhilfestunden in Sachen der "farbenprächtigen" Pflichtverkleidung des gemeinen Metal-Fans allgemein, der Vorstellung eines "Fertiggerüchts" sowie die Definition einer "Predator-Reenactment-Gruppe".
Der Festival-Alltag ist brillant skizziert und alles in allem geht der "Metal-Krimi" ordentlich ab. Auch die Lautstärke bringt's voll! Vor allem in Begleitung des spektakulären Finales! Da geht was!
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