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Literatur

Gangland

von Howard Linskey


416 Seiten
© 2012 Howard Linskey
Für die deutschsprachige Ausgabe:
© 2014 Knaur Taschenbuch
www.knaur.de
ISBN 978-3-426-51397-2



Das erste Opfer war ein LKW-Fahrer. An einer gut besuchten Tankstelle in Sandyhills wurde er mitten aus dem Leben gerissen. Umgehend taufte man den unbekannten Schützen als "Sandyhills Sniper". Das zweite Opfer war eine Geschäftsfrau, die zu Fuß unterwegs nach Hause war. Auf seinem Fahrrad wurde ein junger Mann erschossen und das vierte Opfer saß auf einer Parkbank.

Wieder hatten den Mord viele Menschen beobachten können und waren entsetzt davongerannt. Ganz offensichtlich wollte der Heckenschütze jeweils eine Panik auslösen. Das Opfer selbst bekam von dem präzisen Treffer in sein rechtes Auge nichts mit ... "schneller als ein Fingerschnippen ging das".

Die Opfer waren offenbar jeweils spontan ausgewählt worden. Es gab keine Hinweise auf irgendwelche Motive, da es sich ausnahmslos um harmlose und völlig unschuldige Menschen handelte. Spuren hinterließ der Täter keine. Nach den Taten verschwand er, ebenso wie die jeweilige Patronenhülse.

Nach dem vierten Mord hat der beste Mann des "Criminal Investigation Department (CID)" von Glasgow den Fall übernommen. Detective Chief Inspector Robert McGregor eilen einige Legenden voraus und seine Kollegen sind froh, als er an dem schaurigen Tatort eintrifft. Noch vor Eintreffen der Spurensicherung verblüfft er die Kollegen mit ersten Schlussfolgerungen und Analysen. Doch dann geschieht das Entsetzliche ...

... und es ist kaum zu glauben, dass wir uns erst auf Seite 16 im Prolog befinden. Eine spektakulärere Einleitung hätte Howard Linskey nicht auswählen können, denn bereits die erste Seite beginnt er mit einem Paukenschlag. Eine derartige Konfrontation ist für den Leser sicher keine gewöhnliche Heranführung an den Stoff eines Thrillers.

Das Ende des Vorworts sicherlich ebenfalls nicht. Fast ist man etwas zu sehr geschockt und kann sich zunächst gar nicht vorstellen, wie es weitergehen mag. Hier werden eingefahrene Lesegewohnheiten auf den Kopf gestellt, andererseits auch Erwartungen geweckt. Wenn in den einleitenden Zeilen bereits so viel passiert, kann das nur eines bedeuten:

Howard Linskey hat einiges vor. Denn wer mit Vollgas in die erste Kurve geht, muss sich seiner Sache nicht nur sehr sicher sein, sondern er muss im weiteren Verlauf auch noch etwas zu bieten haben. Und das ist wahrlich kein leeres Versprechen ...

Fazit: "Gangland" ist mehr als ein handfester Thriller. Ebenso pompöse wie gewalttätige Gangster-Oper wäre wohl die treffendere Bezeichnung.

 

Thomas Lawall - September 2014

 

 

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