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Literatur

ERNTEDANK - Kluftingers zweiter Fall

von Volker Klüpfel / Michael Kobr

kommissar-kluftinger.de

376 Seiten
1. Auflage Juli 2006
3. Auflage Dezember 2006
© 2006 Piper Verlag GmbH, München
www.piper.de
Erstausgabe Maximilian-Dietrich Verlag, Memmingen
ISBN-13: 978-3-492-24511-1
ISBN-10: 3-492-24511-0


Die Heilige Messe findet natürlich am Sonntag statt. Eigentlich nichts besonderes, doch das Schild auf dem Buchcover hat einen nicht unwesentlichen Schönheitsfehler. Eine Krähe stolziert auf dem verwitterten Schild herum, und wirft dabei nicht nur einen bedrohlichen Schatten, sondern lässt uns irgendwie Böses ahnen. Im weiteren Verlauf des Buches werden die schlimmen Vorahnungen bestätigt, denn der Vogel darf eine grauslige Nebenrolle einnehmen. Ein derart endgültiger Auftritt ist allerdings nur einmal möglich ...

Der zweite Fall des Allgäuer Kriminalkommissars Kluftinger ist etwas deftiger gestrickt. Zwei scheußliche Morde bringen abermals die Voralpenidylle ganz ordentlich ins Wanken. Mordwerkzeug ist diesmal eine Sense ...

Leider kommen für die Morde nicht wirklich viele Personen in Frage, und deshalb weiß die Auflösung am Ende des Buches diesmal nicht zu überraschen! Das tut dem Lesevergnügen freilich keinen Abbruch - ganz im Gegenteil! Denn unter dem Strich kann das Buch seinen Vorgänger locker übertreffen. Die Autoren schaffen dieses Kunststück, indem sie die "Nebenkriegsschauplätze" noch feiner zu zeichnen verstehen. Die Charakterisierungen des verschrobenen Hauptdarstellers gelingen noch besser und bilden einmal mehr eine führende Rolle auch im zweiten Fall des Kemptener Ermittlers.

Kluftinger segelt von einer (privaten) Katastrophe in die nächste. Da bleibt kein Auge trocken. Das Bad in seinem Haus auch nicht. Gleich zu Beginn der Geschichte gibt die Wasserleitung ihren Dienst auf. Im tiefer liegenden Badezimmer bildete sich ein "beschaulicher See" ... der schließlich für ein Zwangsquartier bei seinem Lieblingsfeind Dr. Langhammer verantwortlich ist.
Weiter erfahren wir z.B. Einzelheiten über Kluftingers Handy (Klingelton ist Bachs "Toccata und Fuge in d-Moll") und wie er im Geiste seinen Vorgesetzten (Lodenbacher) mit nicht "zitierfähigen Ausdrücken" belegt. Ferner werden wir mit der Symmetrie seines Grinsens bekannt gemacht, dicht gefolgt von der Ursache des heftigen "Gschmäckles" in seinem Auto sowie einem Hausmacher-Durchsuchungsbeschluss!

Drolliges erlebt er mit dem "Klempner seines Vertrauens" (der seinen Beruf nur ergriffen hat, um permanent Witze übers "Rohrverlegen" zu machen), isst einen Wurstsalat mit der Nagelschere, ahnt nichts über seine "Insuffizienz als Erzieher", hat keine Ahnung, dass man Bilder per E-Mail versenden kann, und bekommt von einer Kollegin (Sandy) so nebenbei die Empfehlung, die eine oder andere seiner 127 ungeöffneten E-Mails gelegentlich einmal zu lesen.

Kluftinger wettert gegen wurstfingerunfreundliche Handytastaturen, weist uns in die Feinheiten des Allgäuer Dialektes ein (Beine gibt es nicht. Man unterteilt die "Füße" traditionell in oben und unten), während sich der Gestank in seinem Auto biologisch abbaut. Extrem lustig kommen auch die Begebenheiten mit einem Dobermann, die Sache mit den sechs Saftkanistern und der damit verbundenen Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichtes seines Privatfahrzeuges ... und seltsamen Dingen, die sich einst an einer "Kapelle Richtung Krugzell" zugetragen haben.

Früher gab es dort "Pudelerscheinungen" ...

Fazit: Außerordentlich vergnügliche Charakterstudie in Legierung mit mystisch angehauchten Morden. Kein Thriller, sondern ein Brüller!

 

Kommissar Kluftinger

 

Thomas Lawall - Januar 2007

 

 

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