Literatur

Der Tod hat einen langen Atem
Laufende Ermittlungen

von Achilles


302 Seiten
© 2026 Droemer Verlag
www.droemer-knaur.de
ISBN 978-3-426-56757-9



Berlins "Pride Parade" anführen zu dürfen ist schon eine ganz besondere Ehre, allerdings nicht unbedingt für die beiden Ermittler Peer Pedes und Stephanie Kramer. In ihrer erstmals im Einsatz befindlichen "Elektrokarre", die einem "Golfwägelchen" ähnelt, und ihrer eher lächerlich wirkenden Maskerade fühlen sie sich alles andere als wohl.

Wer die Vorgänger des nunmehr dritten Bandes der Reihe um den Berliner Kommissar Peer Pedes nicht kennt, wird umgehend aufgeklärt, mit welch spitzer Feder hier eine Geschichte aufgebaut wird. An Action und Humor bleiben keinerlei Wünsche offen.

Die peinliche Fahrt durch die "Hölle der guten Laune" behagt den beiden ganz und gar nicht. Der ehemalige "Polizeieuropameister im Marathon" und die frisch zur Kommissarin ernannte "trans Frau" bewegen sich wie Statisten inmitten von "Feierbiestern" und deren kaum zu bändigender "Feierwut":

"BummDaDaBummDadaBummDaDa"

Drei Stunden soll die zweifelhafte Führungsrolle des überlauten Spaßkonvois dauern, doch alsbald wendet sich das Blatt. Und zwar an jener Verkehrsinsel, die, aufgrund einer gewissen Tatsache, eine Weiterfahrt, zumindest an dieser Stelle, unmöglich macht...

Von nun an ist absolut Schluss mit lustig, denn weitere grauenerregende Funde stehen an, welche auf eine völlig durchgeknallte Täterschaft unzweifelhaft hinweisen. Die Suche nach jenem Täter spielt natürlich eine gewisse Rolle, aber was sich ab dem Start des "Berliner Mauerweglaufs" in Bewegung setzt, sucht seinesgleichen.

Die "laufenden Ermittlungen" beginnen spätestens hier in sprichwörtlichem Sinne, ziehen sich über neunzig Seiten und sind an Dramatik kaum zu überbieten. Es eskaliert zwar in durchaus gemäßigtem Tempo, aber gewaltig.

Zum Glück ist das ja alles gar nicht wahr, weshalb die ausufernd blutigen Phantasien zum Glück nur auf Papier ein schauriges Eigenleben entwickeln. Aber was wohl aus den beiden, gar nicht mal so unbekannten, Autoren geworden wäre, wenn sie nicht des Schreibens mächtig wären, möchte sich niemand vorstellen.

Neben all den schauerlichen Ereignissen wird, so zwischendurch und zur kurzzeitigen Erholung, eine Erweiterung des deutschen Sprachschatzes geboten. Was uns der Duden vorenthält sind zum Beispiel Wortkreationen wie "Schlagergurgeln" (Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen!), oder ein "gehobener Ungefährismus".

"Der Tod hat einen langen Atem" ist insgesamt eine makabre Vorstellung, um so mehr, als diese zu allem Überfluss auch noch mit einem gerüttelt Maß an schrägem Humor dekoriert ist. Ein Lesevergnügen der anderen Art.

 

Thomas Lawall - Juli 2026

 

 

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